Judith Kinsky

Aufgabe:

Was sind die
charakteristischsten Merkmale, die das romanische Zeitalter und seine Kunst
auszeichnen.

Das romanische Zeitalter das sich vom 11. Jh. bis zur Mitte
des 13 Jh. in Westeuropa, Italien , England und Deutschland erstreckte zeigt
seine wichtigsten Merkmale besonders in der Sakralarchitektur und den
Artefakten.Der Begriff „Romanik“ wurde aber erst im 19 Jh.
geprägt und deutet auf die stilistischen Wurzeln von Antike und Rom.

Es ist eine Epoche des strengen
christlichen Glaubens
, der Gründung von Klöstern (Zisterzienser,
Benediktiner…), der Dogmen und des Feudalwesens
mit seinen Dynastien (Salier, Staufer…) die in ihrer Macht mit dem Papsttum
konkurrieren.

Forschung und Wissenschaft ist nur innerhalb der
christlichen Lehre möglich. Die Gesellschaft formierte sich in einer
Dreiteilung, in Wehrstand (Adel und
Rittertum), in Lehrstand (Klerus) und
Nährstand (Bürger und Bauern). (vgl.
Lernheft7, Seite2)

Bis auf wenige Ausnahmen wie beispielsweise die
Benediktinerin Hildegard von Bingen, die Dichterin, Komponistin und Bedeutende
Universalgelehrte war, hatten Frauen in dieser Weltordnung keinen Platz und
mussten sich dem Patriarchat komplett unterordnen. (1-vgl. wikipedie.de)

Geistiger Träger der Romanik ist vorrangig die christliche
(römisch katholische) Kirche, daher ist die Baukunst hauptsächlich durch Sakralbauten wie Dome, Kirchen und
besonders Klöster gekennzeichnet, welche sogar treibende Kraft für die Bautätigkeit
und Kunstproduktion werden, insbesondere die Zisterzienserklöster.
Der beliebteste und bedeutendste Bautyp der Romanik,
basierend auf einem Kreuz im Grundriss,
ist die dreischiffige Basilika mit einem erhöhten Mittelschiff, zwei
niedrigeren Seitenschiffen die von Rundbögen
überwölbt werden und Querschiff(en) mit Vierung(en)
und den darüber emporragenden
Vierungstürmen
, einem Paradies (Vorhalle),
sowie einem Chor mit Apsis. Unter
dem Chorraum befindet sich eine Krypta.
Der Rundbogen wird stilistisches Element an Fenstern, Portalen
und Arkaden.
Weitere wichtige Merkmale sind die dicken, festungsartigen Mauern, die meist in den Westbauten vorherrschen und kleine Fenster (in den Obergaden).

Die Kirchenräume werden mit flachen Holzdecken (eher im Mittelschiff)und
überwiegend von Tonnen- und Kreuzgratgewölben
mit Jochstein geschlossen. Die
Gewölbe beziehen sich im sogenannten Gebundenen
System
aufeinander (im Verhältnis von Mittelschiff und Seitenschiffjochen.)
Das Kreuzgratgewölbe wird durch freistehende Säulen mit figürlichen, vegetabilen
oder klassischen Würfelkapitellen
und Halbsäulen an den Wänden gestützt und mit meist mehrfarbigen Gurtbögen zwischen den einzelnen
Säulen verbunden.

Ein weiteres Kennzeichen für die romanische Baukunst, ist
das sogenannte Additive System, bei dem
Räume mit unterschiedlicher Form und Funktion zu einem Gesamtbauwerk
zusammengefügt werden. (Klosterkirche von Cluny)

Romanische Sakralbauten sind sehr klar gegliedert, sowohl im
Grund- als auch im Aufriss. „Wucht, Schwere, Strenge, Klarheit, Übersichtlichkeit,
Symmetrie,
geschlossene Flächen, Betonung der Horizontalen, Typisierung und
Monumentalität charakterisieren die romanische Baukunst. Bevorzugte
geometrische und stereometrische Grundformen im Grundriss und im Baukörper sind
Quadrat, Rechteck, Kreis, Quader,
Zylinder, Kegel, Pyramide.“ (2- „Zitat“: Rolf Naumann _ndrom.de)

Wichtige Gestaltungselemente sind auch das Blendtriforium, Blendnischen und
Zwerggalerien (meist im Innenraum)und das Tympanon
am Außenportal das reich mit Figuren geschmückt ist.

Die romanische Kunst ist im Wesentlichen auf christliche Inhalte ausgerichtet und
wird deshalb auch als Ars Sacra
bezeichnet. Sie schmückte vor allem Sakralbauten, Bibeln und andere religiöse
Schriften als Glasmalerei, Fresko (Wandmalerei), Tafel-und Buchkunst sowie Mosaik und Portalplastik (oftmals mit Heiligen-
und Jesusdarstellungen in einer Mandorla).
Thematisiert werden überwiegend testamentarische Szenen oder heilige
Figurengruppen
.

Die romanische Plastik
ist durch Expressivität und „Drastik
gekennzeichnet, die in der Kunstgeschichte unvergleichlich ist“. (Zitat:
Lernheft7, Seite 23)

Die künstlerischen Darstellungen in der Malerei sind Sinnbilder,
fungieren als Lesebilder, denn der mittelalterliche
Mensch ist meist Analphabet und kann nun durch die Artefakte die biblischen
Episoden „lesen“. (3- vgl. lernhelfer.de)
Stark expressive und
lebhafte Darstellung
von Mimik und Gestik sind die Folge.
Ähnlich wie in den heutigen Comics ist die flächige Gestaltung mit starkem Lokalkolorit
und Goldgrund, dominanten Umrisslinien
und grafisches Einzeichnen von Details von großer, gestalterischer Bedeutung.
Tiefenräumlichkeit wird nicht durch eine Zentralperspektive
erzeugt, sondern durch „Übereinanderstapeln“ von Bildelementen oder
angeschnittener Architektur für Raumeinblicke erzeugt und Personen sind nach Bedeutungsperspektive abgebildet. (4-
vgl. artinword.de)

Ein letztes charakteristisches Merkmal, die symmetriebetonte Anordnung der
Bildgegenstände, sie symbolisiert das Bestreben nach göttlicher Ordnung und Harmonie.

Quellen:

1) wikipedia.de, Vergleich:
https://de.wikipedia.org/wiki/Hildegard_von_Bingen

(abgerufen am 22. 06. 2018)

2) ndrom.de
,“Zitat“: Naumann, Rolf
http://www.ndrom.de/Merkmale.html (abgerufen am 22. 06. 2018)

3) lernhelfer.de Vergleich: https://www.lernhelfer.de/schuelerlexikon/kunst/artikel/romanische-malerei
(abgerufen am 23. 06. 2018)

4) artinwords.de Vergleich:
https://artinwords.de/romanik/ (abgerufen
am 23. 06. 2018)